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Wie wir arbeiten

  1. Wer sucht unsere Hilfe?

Die Ressourcen- und Körperorientierte Krisenbegleitung ® unterstützt Familien im Zeitraum Schwangerschaft, Geburt, Baby- und Kleinkindzeit. Mögliche Problemfelder sind hierbei: Risikoschwangerschaften mit erhöhtem Stressvorkommen, schwierige bis traumatische Geburten, Schrei- und Schlafstörungen (Regulationsstörungen), Trotzanfälle und Ablöseprobleme bis zum Alter von 2.5 Jahren.

Als Hauptklientel begegnen uns Mütter*, die z.B. aufgrund des exzessiven Schreiens ihrer Babys unter schweren Erschöpfungssyndromen, Schlafstörungen, Identitätskrisen und den damit einhergehenden familiären Problemen leiden. Sie fühlen sich ohnmächtig, schuldig, hilflos und niedergeschlagen und neigen aufgrund der andauernden physischen und psychischen Belastung teilweise sogar zu Gewaltphantasien gegenüber ihrem Kind. Häufig haben Familien, die sich zu uns in die Sprechstunde begeben, bereits eine »Odyssee« hinter sich und eine Vielzahl unterschiedlicher Helfer mit häufig widersprüchlichen Ratschlägen konsultiert, was die Verwirrung perfekt macht. Die Familien, die sich an uns wenden, befinden sich in einer akuten Krisensituation und brauchen direkte und wirksame Unterstützung.

 

* Es wird der Einfachheit halber vorwiegend von Müttern die Rede sein, da in unserer täglichen Praxis vorwiegend Mütter in die Sprechstunden kommen. Selbstverständlich wird in unserer Arbeit auch die väterliche Seite mit einbezogen!

  1. Wissenschaftlicher Ansatz der Ressourcen- und Körperorientierten Krisenbegleitung ®

Die Arbeit der Ressourcen- und Körperorientierten Krisenbegleitung ® ist ein interdisziplinär ausgerichteter Ansatz. Er ist sowohl im Ursachenverständnis als auch in den Interventionsformen eine Verknüpfung von psychologisch, psychodynamisch und körperpsychotherapeutischem Wissen. Die Arbeit basiert hauptsächlich auf den Erkenntnissen der humanistischen Psychologie und der Pränatalpsychologie, sowie den Grundannahmen der nach Wilhelm Reich (1897-1957) orientierten Körperpsychotherapie. Zudem berücksichtigen wir die neuesten Erkenntnisse aus Neurobiologie, Entwicklungspsychologie und Bindungsforschung, mit denen sich Paula Diederichs im Rahmen ihrer Hochschultätigkeit ständig auseinandersetze.

In der nach Wilhelm Reich orientierten Körperpsychotherapie geht man von einem Energiefluss im Körper aus, ähnlich wie bei der Akupunktur. Zentrale Grundannahme körperorientierter Vorgehensweisen ist die Vorstellung eines „Körpergedächtnisses“, in dem bereits vorgeburtliche Erfahrungen abgespeichert werden. Es wird davon ausgegangen, dass es energetische Zusammenhänge zwischen psychologischem und physiologischem Geschehen gibt und dass innerorganismische Blockierungen entstehen können. Das Ziel besteht auf körperlicher Ebene darin, den pulsatorischen Strom des Babys und seiner Bezugspersonen so zu fördern, dass die Selbstregulationsprozesse gestärkt werden.

Laut Pränatalpsychologie sind Schwangerschaft und Geburt prägend für das spätere Leben. Die ersten neun Monate im Uterus der Mutter sind das erste Zuhause auf der Erde. Die Bedingungen, die wir dort vorgefunden haben, werden als das Grundskript dafür verstanden, wie wir uns im späteren Leben fühlen. Von enormer Bedeutung ist das Erleben der Geburt: Die Geburt gilt als die erste Übergangserfahrung des Menschen: der oft schwierige Weg aus der Gebärmutter in die reale Welt. Die Umstände, unter denen ein Mensch geboren wird, prägen die Auseinandersetzung und das Verhalten bei Krisen, der Übergangssituationen im späteren Leben. All diese Erfahrungen sind im Unbewussten angelegt. Sie können Schlüsselsituationen für Stressverhaltensmuster und Krisensituationen sein.

Das humanistische Menschenbild nimmt an, dass Körper, Geist und Seele in enger Verbindung miteinander stehen. Gibt es in einem Bereich Probleme, tangiert dies auch die anderen Bereiche. Zudem lässt sich unserem Verständnis nach aus den Befunden der Neurobiologie/Hirnforschung, der Säuglings- und Bindungsforschung sowie aus der Sicht der Traumaforschung unmittelbar die Zweckmäßigkeit und Stichhaltigkeit einer Kombination von psychologischen/ beraterischen sowie körperpsychotherapeutischen Interventionen in Krisenlagen, besonders im Bereich der frühen Hilfen, ableiten. (Für eine ausführlichere Darstellung dieser Ergebnisse siehe Jungclaussen (2011), rueckhalt.de

In der körperorientierten Krisenbegleitung werden die oben dargestellten Erkenntnisse miteinander vereint. Das besondere Charakteristikum unserer Arbeit liegt darin, dass sie sowohl körperorientiert als auch im psychodynamischen Sinne ausdrücklich beziehungsorientiert ist. Es wird den negativen prä- und perinatalen Erlebnissen und deren Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen begegnet. Durch empathisches Zuhören, Spiegeln und Stärken wird beispielsweise angeregt, die eigene Geschichte besser annehmen zu können und sich selbst besser zu verstehen. Darüber hinaus wird durch Gespräche und Körperarbeit gefördert, die eigene Intuition (wieder) besser spüren zu können und ihr besser vertrauen zu lernen. Durch gezielte Übungen und Massagen können negative Erlebnisse auf der seelischer Ebene besser integriert und damit gelindert werden. Babys und Bezugspersonen können etwas zur Ruhe kommen. So können sich defizitäre Bindungsmuster und andere negative Auswirkungen während der Krisenbegleitung positiv verändern.

  1. Entstehung der SchreiBabyAmbulanz im Rahmen der Ressourcen- und Körperorientierten Krisenbegleitung ®

Die Grundlage der körperorientierten Krisenbegleitung ist die moderne ganzheitliche Körperpsychotherapie. Wilhelm Reich gilt als deren Begründer. Sein Ansatz basiert auf der Vorstellung einer in allen lebendigen Naturprozessen wirkenden Lebensenergie, die er Orgon nannte (Nähere Informationen zu Wilhelm Reich: www.Wilhelm-Reich-Gesellschaft.de). Seine Tochter Eva Reich (1924–2008) führte das Lebenswerk ihres Vaters fort und widmete sich insbesondere dem Thema „Sanfte Geburt“ und der Unterstützung der Mutterschaft.

Während ihrer Ausbildung in Körperpsychotherapie hat Paula Diederichs Eva Reich persönlich als Trainerin kennengelernt. Augrund beidseitiger große Sympathie ergab sich eine Zusammenarbeit, die Paula Diederichs zu ihrer Arbeit mit Babys inspiriert hat. 1994 kam es dann unter Federführung von Renate Wilkening und Thomas Harms zur Gründung der ersten Berliner SchreiBabyAmbulanz, die 1996 von Diederichs übernommen und ausgebaut wurde. Im Rahmen der vielfältigen Tätigkeiten wurde das Spektrum der Kenntnisse und Erfahrungen, die in die Arbeit der körperorientierten Krisenbegleitung einfließen, immer breiter und vielseitiger.

 

  1. Arbeitsprinzip der Ressourcen- und Körperorientierten Krisenbegleitung ®

Die Arbeit der Ressourcen- und Körperorientierten Krisenbegleitung ® konzentriert sich auf die Emotionen und das Körpererleben.

Das übergeordnete Ziel ist es, in der Krisenbegleitung einen Raum der Ruhe und Akzeptanz zu schaffen, in dem sich Mutter* und Kind etwas entspannen können. Diese Ruhe kann dann in den Alltag der Familie ausstrahlen. Es ist Platz für alles, was war und was ist. Für die anwesende Familie, für ihre Geschichte und für die aktuellen Probleme und Unsicherheiten. Es werden körperorientierte Interventionen und Gespräche miteinander verknüpft. Hierbei werden alle anwesenden Familienmitglieder in die Arbeit einbezogen. In diesem Prozess können Ressourcen und Stärken (wieder-) entdeckt werden, und die Eltern beginnen, sich wieder kompetenter und sicherer in ihrer Elternrolle zu fühlen. Das hohe Stressniveau wird langsam verringert, die Krisensituation entschärft und die Familie kann zu mehr Ruhe miteinander finden.

Die körperorientierte Krisenbegleitung bei Babys, Kleinkindern und deren Eltern erfolgt nach einem dreigliedrigen Säulen-Prinzip:


  • Die Arbeit am Organismus des Kindes (beziehungsorientierte Körperarbeit)
  • Das beraterisch-therapeutische Gespräch mit der Mutter (klärungs- und bewältigungsorientiert)
  • Die Arbeit am Organismus der Mutter (beziehungsorientierte Körperarbeit)

 

  • Die Arbeit am Organismus des Kindes

Die erste zentrale Säule der Arbeit umfasst die »handfeste« Intervention am Organismus des Kindes (Körperarbeit), meist in Form von verschiedenen Massagen sowie Halte- und Beruhigungsübungen in Anwesenheit der Mutter. Für die erste Kontaktaufnahme mit dem Kind ist es dabei wichtig, dass diese vom Kind ausgeht. Geschieht dies nicht, erfolgt eine spielerisch-lustvolle, aber respektvolle und grenzenwahrende Kontaktaufnahme mit dem Kind. Während der Arbeit am Organismus des Kindes sollte stets eine doppelt schwebende Aufmerksamkeit auf Mutter und Kind gerichtet sein

  • Das beraterisch-therapeutische Gespräch mit der Mutter
Die zweite Säule umfasst den Aufbau einer haltgebenden, verständnisvollen Helferbeziehung zu der Mutter. Die Gespräche sind immer ressourcen- und beziehungsorientiert. Es geht darum, gemeinsam neugierig auf die Suche zu gehen, damit die Mütter sich selbst und die Situation besser verstehen und annehmen können. Hierbei geht es nicht darum, Fehler zu identifizieren oder gar Schuldzuweisungen zu tätigen. Es soll hingegen ein Raum geschaffen werden, in dem die aktuelle Krisensituation und die vergangenen Erfahrungen, die damit in Verbindung stehen Platz haben, sein dürfen und wertschätzend gesehen und validiert werden. Das bedeutet auch, dass die Therapeutin die Situation und ihre Auswirkungen weder zu dramatisieren noch zu beschwichtigen versucht, sondern die Realität annimmt. Das Defizitäre (z.B. eine möglicherweise krisenhafte Geburt) wird dabei nicht abgespalten, die Frau wird jedoch immer wieder in ihren Ressourcen und dem, was sie geleistet hat, gestärkt. Durch die Vermittlung von Fachwissen sowie das gemeinsame Betrachten der Krisensituation können die eigenen Reaktionen sowie Emotionen in Konfliktsituationen in der gesamten Familie besser verstanden werden. Aus dem Unverständnis wird ein Selbst-Verständnis.

 

  •  Die Arbeit am Organismus der Mutter (beziehungsorientierte Körperarbeit)

Die Zustimmung der Mutter vorausgesetzt, geht die zweite in die dritte Säule über, bestehend aus der Arbeit am Organismus der Mutter in Form von Halte-, Atemübungen oder ressourcenorientierter Massagen, mit dem Ziel der Entspannung, Beruhigung, eigener Körperwahrnehmung, verbesserter »Selbstbindung« und Autonomiestärkung. Die Massagen wirken auf die Mütter entspannend und wohltuend, und so sind sie gerne bereit, diese selbst zu erlernen, um ihrem Kind durch deren Anwendung etwas Gutes tun zu können. Wenn man so will, haben die Massagen deshalb auch einen didaktischen Effekt. Bei der Körperarbeit wird zum großen Teil mit dem vegetativen Nervensystem, speziell dem Parasympathikus gearbeitet, der für die Entspannung zuständig ist. Es wird die Erfahrung gemacht, dass in einer Zeit von enormem Stress ein Moment der Ruhe und des Durchatmens entsteht und die Bedürfnisse und Befindlichkeiten der Mutter gehört und respektiert werden. Die Körpererfahrung durch die Massage bringt die Mutter schließlich mehr zu sich selbst, zu einer Bindung nach innen (Selbstbindung).

WIKK - WeiterbildungsInstitut für Ressourcen- und Körperorientierte Krisenbegleitung ®

 

WiKK® Institut
Paula Diederichs
Mehringdamm 66
Quergebäude 10961 Berlin

 

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+49 176 32949607

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